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Mezinárodní setkání 2009 - 24
Mezinárodní setkání 2009
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Muzeum

Pertoltice historie Tschapek.

Pertoltice

Meine Kenntnisse über den Ort beruhen zum größten Teil auf schriftlichen und mündlichen Aussagen meiner Eltern. Eigene Erfahrungen bestehen aus zwei Jahren Schulbesuch (1936/37 und 1937/38). Es war eine Zeit der Radikalisierung der Henleinanhänger. Als Sohn von Antifaschisten hatte ich mich zunehmend gegen die aufgehetzten Mitschüler zur Wehr zu setzen. Und es gab blutige Nasen. In den letzten Monaten des Schuljahres 1938 kam noch hinzu, dass ein Lehrer an die Schule kam, der offen Hitleranhänger war. Er benahm sich mir gegenüber entsprechend. Ich habe miterlebt, wie Nachbarn, zu denen schon meine Großmutter und dann meine Eltern freundschaftliche Beziehungen hatten, immer mehr zu Feindseligkeiten uns gegenüber neigten.
Meine weiteren Kenntnisse beruhen auf den Jahren 1945/46. Ende August 1945 kam ich aus England zurück. Mein Vater wurde im September demobilisiert. Er hatte in der Tschechoslowakischen Armee gedient und war im Einsatz an der Westfront gemeinsam mit den Britischen Streitkräften. Meine Mutter kam vor Jahresende mit einem Krankentransport aus London an. Sie war schwer krank. Wir wohnten bei meinem Onkel, Gustav Schär, der auch Antifaschist war. ( Die armselige Kate existiert nicht mehr).
Kennzeichnend für die Situation war, dass viele Frauen ihre Männer in Hitlers Krieg verloren hatten, andere Männer galten als vermisst oder waren in Kriegsgefangenschaft. Die männliche Bevölkerung bestand zumeist aus alten Männern und Krüppeln. Die Hauptlast, auch hinsichtlich der politischen Konsequenzen im Hinblick auf den Verrat an der 1.Republik, hatten die Frauen zu tragen. Die Nachbarn wollten alles vergessen machen und wollten uns einreden, uns gegenüber immer freundlich gewesen zu sein.
Wenige Tage nach meiner Rückkehr aus England, stellte ich fest, dass ein Haus schräg gegenüber nicht bewohnt war. Ich ging hinein und fand eine Truhe mit Duzend von Fotos. Es waren Aufnahmen von Hinrichtungen und an Galgen erhängter Menschen. Sie stammten offensichtlich aus besetzten Gebieten der UdSSR. Ein Bewohner dieses Hauses muss an den Verbrechen beteiligt gewesen sein. Rachegefühle auf Seiten der Sieger waren daher verständlich.
Tschechische Nationalisten und Asoziale machten aber keinen Unterschied zwischen den Schuldigen und den Antifaschisten. Beispiele habe ich in meinem Diskussionsbeitrag in Ústi nad Labem genannt (Besitz eines Radios und Tschechoslowakische Staatsbürgerschaft). Schlimmer noch war die Tatsache, dass Menschen, die während der Okkupation nichts gegen Hitler getan hatten oder gar als Slowaken auf der Seite von Hlinka - nicht auf der Seite der Teilnehmer des SNP - gestanden hatten, sich als Partisanen aufspielten und Haus für Haus ausplünderten. Der erste tschechische Bürgermeister von Pertoltice 1945 kannte den Ort und die Menschen aus der Zeit vor 1938 und hat solche Menschen sofort des Ortes verwiesen. Auf ihn konnten sich die deutschen Antifaschisten verlassen. Zum Beispiel war es den Deutschen untersagt, nach 21.00 Uhr Licht anzuhaben. Mein Vater war verreist, und ich spielte mit meinem Onkel und meinem Neffen (damals 14 Jahre alt) Karten. Plötzlich stürmte ein Slowake in die Stube und drohte, uns alle zu erschießen, wenn wir in 5 Minuten das Licht nicht aus hätten. Ich zog schnell die englische Uniformjacke meines Vaters an, und als er wieder hereinkam, brüllte ich ihn an „Ven, alle rychle!!“ Er erschrak und stammelte nur noch: “prepáčte“. Am nächsten Tag musste er den Ort verlassen.
In Frydlant hatte ich meine Lehre als Radiomechaniker fortgesetzt, die ich in England begonnen hatte. Auf dem Weg zur Arbeit wurde ich von einem Polizisten angehalten. Er drohte mir, wenn er mich nochmals ohne Armbinde antreffe, die die Deutschen tragen sollten, würde er mich in die Steinkohle schicken. Darüber war ich sehr wütend und habe ihm gesagt dass mein Vater von der Tschechoslowakischen Armee zwei Orden im Kampf gegen die Faschisten erhalten hatte und ich mich in England darauf vorbereitet hatte, mit dem 18. Lebensjahr zu den tschechoslowakischen Fliegern zu gehen. (Eine Kopie der Mitgliedschaft bei den englischen Fliegerkadetten ,ATC, lege ich bei). Ich sagte ihm noch, dass ich nicht wisse, was er während der Zeit der Okkupation gegen Hitler getan hat. Von da an grüßte er, wenn er mich nur schon von weitem sah.
Für mich wäre es kein Problem gewesen, in der ČSR zu bleiben. In kürzester Zeit hätte ich die Sprache perfekt beherrscht. Aber welche Perspektive hatten die älteren Antifaschisten? In der Emigration hatten wir 7 Jahre auf eine Rückkehr in die Heimat gehofft. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, erneut auszuwandern. Aber in Deutschland gab es für Antifaschisten viel zu tun. So siedelten wir 1946 mit einem Antifa-Transport aus.
Für die Geschichte, vor allem Böhmens und Mährens im 20.Jahrhundert, ist die Bewertung der Rolle der deutschen Henlein-und Hitlergegner von besonderer Bedeutung. Sie ist eng mit dem Weltgeschehen verbunden, weist aber Besonderheiten auf.
Nach Hitlers Machtantritt 1933 in Deutschland erfuhren Sozialdemokraten und Kommunisten in den Zuchthäusern und Konzentrationslagern das gleiche Schicksal. Kennzeichnend und belegbar ist, dass für die deutschen Sozialisten Nordböhmens im täglichen Leben die gegenseitigen Streitigkeiten an Bedeutung verloren und der Kampf (mit Saalschlachten) gegen die Henleinbewegung immer mehr an Bedeutung gewann. Im Osten von Nordböhmen, um Liberec waren die Kommunisten, im Westen die Sozialdemokraten stärker. Sie standen gleichermaßen zur Republik. Leider wird das in der heutigen Geschichtsbetrachtung aus politischer Gegnerschaft ignoriert. Damit begeben sich manche tschechische Politiker auf die gleiche Position wie Vertreter der Sudetendeutschen Landsmannschaften in der BRD. Wer die Hünigenstr. in Liberec umbenennt, der müsste nachweisen, dass dieser Mensch nicht für seine Treue zur Republik 7 Jahre in Konzentrationslagern der Nazis zugebracht hat oder dass er nach dem Krieg Stalinist gewesen sei. Diejenigen, die die Geschichte so falsch interpretieren, nennen sich zwar Demokraten, sind aber keine. Wer von diesen Leuten würde sich dafür einsetzen, eine Strasse nach Personen zu benennen, die im Zusammenhang mit den „Stalinschen Säuberungsaktionen“ umgebracht wurden? Zum Beispiel Rudolf Slánský, der in Prag am 02.12.1952 hingerichtet wurde.
In der Emigration lebten wir zusammen mit der Familie Freyka. Mit Tom war ich zusammen in der tschechoslowakischen Schule in Wales. Ludwig Freyka wurde auch hingerichtet. Sie und viele andere waren Mitglieder der KPČ. Auch meine Eltern. Sie alle trugen sich mit Hoffnungen, die aus heutiger Sicht in vielerlei Hinsicht utopisch waren. Aber ihre Vorstellungen beruhten auf den Zielen der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit), Forderungen, die bis heute nicht erfüllt wurden. Von den Verbrechen, die Stalin im Namen des Kommunismus begangen hat, wussten sie nichts. Die UdSSR war gegen die Außenwelt abgeschirmt. In den Lagern dort wurden auch viele deutsche Kommunisten bis zu 17 Jahre lang eingesperrt. Deutsche Kommunisten, darunter auch Spanienkämpfer, wurden von Stalins Schergen erschossen. Das haben meine Eltern nicht mehr erfahren.
Die Problematik besteht also darin, dass sich Stalin der kommunistischen Bewegung bemächtigt hatte, sich als Kommunist ausgab und sich unzähliger Verbrechen gegenüber den Menschen in der UdSSR, gegenüber vielen deutschen, tschechischen und anderen Mitgliedern kommunistischer Parteien schuldig gemacht hatte. Und er hatte in den Ländern Helfershelfer. Der entscheidende Fehler ist, dass kein Unterschied zwischen einem Stalinisten und einem ehrlichen Kommunisten gemacht wird.
So wie man unterscheiden muss zwischen einem gläubigen Katholiken einerseits und dem „katholischen Priester“ Tyso, den Mördern von Jan Hus, den Hexenverbrennern, den Inquisitoren, den Sklavenhändlern usw. andererseits, so muss man zwischen den ehrlichen Kommunisten und den Stalinisten unterscheiden. Die Kommunisten waren Sozialisten und Demokraten. Die Stalinisten waren Verbrecher.
Wir lebten in einer katholischern Gegend. Auch die Mehrheit der Dorfbewohner war Kirchengänger. Die Mehrheit bestand zugleich aus Henleinanhängern. Den Glauben kann man aber nicht für die politische Gesinnung dieser Leute verantwortlich machen. Die Pfarrer in den Ortschaften stammten zumeist aus armen Familienverhältnissen. Für begabte Schüler gab es in der Österreich-Ungarischen Monarchie nur eine Möglichkeit des Studiums, das der Theologie. Es war kostenlos. Entsprechend ihrer Herkunft standen sie in der kirchlichen Hierarchie an unterster Stelle. Daraus erwuchs oft eine Sympathie für die armen Leute.
Was hat das alles mit dem kleinen Ort Pertoltice zu tun? Obwohl meine Eltern konfessionslos waren, hat der Pfarrer seine Sympathie im Hinblick auf ihre Ansichten geäußert. In Rasnice hat der Pfarrer von der Kanzel aus gegen Hitler Stellung genommen. Man fand ihn eines Tages im Dorfbach ertrunken. Die Nazis behaupteten, er sei betrunken ins Wasser gefallen. Die Gegnerschaft zu Hitler war aber auch unter der Priestern relativ selten.
1938 bestand die Mehrheit der Dorfbewohner aus Henlein- und Hitleranhängern. Selbst ein „Vater unser“ war Hitler geweiht (siehe Kopie). Die Wahlen vom 12.Juni 1938 ergaben folgendes Bild:


Horní Pertoltice Dolní Pertoltice a Nové Pertoltice
Gültige Stimmen 263 289
Sudetendeutsche Partei 158 = 60% 185 =64%
Bund der Landwirte 27 32
Sudetendeutscher Wahlblock 1 2
Christlichsoziale 41* 49*
Sozialdemokraten 11 6
Kommunisten 24 12
Schuldnerpartei 0 1
Tschechen 1 3

Für die KPČ hatten vier Dorfbewohner kandidiert.(Siehe Kandidatenliste).
Für die Wahlgemeinschaft (*) kandidierten folgende demokratische Bauern:
Hillebrand Eduart, Hillebrand Gustav, Posselt Franz und Rudolf Siegmund.
Am Bunkerbau im Isergebirge hat Oswald Neumann teilgenommen. Zur Verteidigung der Republik sind folgende Bürger der Mobilmachung gefolgt: Neumann Oswald, Neumann Franz und Menzel Josef. Als die Situation auch für die Einwohner tschechischer Nationalität immer gefährlicher wurde, halfen die Antifaschisten beim Verladen. So auch dem Verwalter des Meierhofes. Ich glaube er hieß Rajniš. (Für die richtige Schreibweise kann ich mich nicht verbürgen).
Noch vor dem Einmarsch Hitlers wurden am 22.09.1938 Ferdinand Weber und Oswald Hübner über die Grenze ins KZ verschleppt. Weber war 1934 Zeuge des beabsichtigten Verbrechen an dem staatenlosen Juden gewesen. Ein schräg ihm gegenüber wohnender Nachbar holte ihn an jenem Tage aus dem Bett und gab vor, seine Kuh kalbe und er brauche Hilfe. Als er vor die Tür trat, wurde er überwältigt und nach Deutschland verschleppt. Er war 7 Jahre im KZ. Hübner, der ebenfalls verschleppt wurde, war 2 Jahre im KZ.
9 Monate Zuchthaus verbüßte Elfriede Altmann.
Nach der Besetzung wurden die Antifaschisten von der Gestapo verhört, zu Strafarbeit verpflichtet, unter Aufsicht gestellt, oder sie verloren ihre Arbeit.
In der Jutefabrik in Višňová war mein Vater in einer Gewerkschaftsversammlung gegen den Gewerkschaftsvorsitzenden, namens Richter, aufgetreten, der behauptet hatte, die tschechische Regierung sei nicht mehr in der Lage, das Leben der Deutschen in der ČSR zu garantieren. Mein Vater wurde von der Masse niedergeschrien. Daraufhin hat mein Vater Anzeige bei der Gendarmeriestation Višňová erstattet und den Vorfall bei der Gewerkschaft in Frydlant gemeldet. Nach der Versammlung verließen viele Männer die Fabrik und gingen über die Grenze zu den Freikorps.

Auch meine Mutter war politisch aktiv. Sie brachte Zeitungen und Zeitschriften, in denen die Naziherrschaft angeprangert wurde, über die Grenze. Das letzte Paket konnte nicht mehr übergeben werden und wurde von der Gestapo bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Dafür gab es Zeugen. Nach 1939 kamen viele Flüchtlinge aus Deutschland über die Grenze. Sie mussten versorgt und weitergeleitet werden. Das hat vorwiegen meine Mutter gemacht.
Nach dem Einmarsch konnten die tschechischen Gendarmen ihre Möbel in den noch nicht besetzten Teil Böhmens holen. Bei dieser Gelegenheit entdecke der Oberwachtmeister Čertík vom Gendarmerieposten Rasnice einen Steckbrief, der auf meinen Vater ausgestellt war. 5000.- Reichsmark wurden für seine Ergreifung (tot oder lebendig) geboten. Daraufhin stellte sein Kommandeur in Sychrov die Bescheinigung über die Verfolgung meines Vaters aus (Siehe Kopie vom 7.11.1938). Es war klar, dass wir das Land verlassen mussten. Erlebnisse, die unsere Flucht und Emigrationszeit betreffen, erscheinen im Sammelband der Konferenz von Ústi nad Laben unter dem Titel „Antifaschisten“.
 




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